Die Alternative Bürgerliste in Kenzingen, ABL, stellte am Montag, den 17. Mai 2004 ihre Kandidatinnen und Kandidaten der Öffentlichkeit vor. Dazu lud sie Interessierte in das Gasthaus Krone zu einem etwas anderen Politik-Abend ein. „Politik mit Pfiff“ war das Motto für diese Veranstaltung, und so ging es auch los. Nicht mit sonst üblichen Reden, sondern erst einmal mit würzigem Chili con Carne, zu dem Stadträtin Brunhild Kamphues alle Anwesenden einlud. Sie stellte kurz dar, wie wichtig es sei, sich an der Kommunalpolitik zu beteiligen. Sie sei froh, dass wieder viele Kandidatinnen und Kandidaten bereit seien, ihre persönliche Zeit in die Kommunal­politik einzubringen und sich einzumischen
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In Zeiten, wo das Geld knapp ist, müßten Entscheidungen getroffen werden, welche die Bürger und ihr Umfeld direkt treffen würden. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, insbesondere wenn es z.B. um die Lebenswelt von Kindern und älteren Menschen ginge.

Der würzigen Speise folgte eine interessante Bildpräsentation mit alten und neuen Bildern von Kenzingen, vorgestellt von dem ABL-Fraktionsvorsitzenden Stefan Bilharz.

Anhand der gezeigten Bilder wurde deutlich und spürbar, wie sich ein Stadtbild in­nerhalb von 20 Jahren verändern kann und wie konkret Stadtentwicklung in die Lebenswelt der Menschen eingreift. Bilharz zeigte viele positiven Entwicklungen aber auch viele Beispiele, wie die Entwicklung manchmal aufgrund von Mehrheitsent­scheidungen im Rat andere Richtungen annehmen als es der Auffassung der ABL-Fraktion entsprach
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Interessant waren auch die Bilder, die deutlich machten, daß der neue Kindergarten im Schnellbruck eben nicht in zentraler Lage liegt. Bilharz: „Obwohl wir für kleinere Einheiten waren und sind, sprechen wir der Gestaltung und der Außenanlage ein dickes Lob aus.“ Allerdings dürfe der Standort des Kindergartens bei der Entschei­dung, in welche Richtung Kenzingen in Zukunft neue Baugebiete ausweise – zur De­batte stünden die Gänsmatten oder das Breitenfeld – nicht als Zwangsargument dienen.

Der Ausbau der Rheintalstrecke soll an die Autobahn. Die ABL begrüßt zwar den Ausbau uneingeschränkt, denn der Verkehr müßte auch im Hinblick auf die Gesund­heit aller, weg von der Straße hin zu den Schienen, allerdings nur, wenn auch die unmittelbar betroffenen Bürgerinnen und Bürger an der Ausbaustrecke berücksichtigt werden. Eine in diesem Zuge oft diskutierte, autobefahrbare Bahnunterführung wird abgelehnt. Naherholungszonen am Stadtrand sollten bei künftigen Entwicklungen von Neubaugebieten mehr als bisher geschont werden. Die Veränderungen auf dem alten Friedhof sollten schonender verlaufen und dessen Erweiterung kreativer ge­staltet werden um einen Ort zu schaffen, an dem sich die Besucher trotz und gerade wegen ihrer Trauer wohlfühlen.

Zum Schluß war man sich einig, daß es viel zu schade sei, diese Bildpräsentation nur einmal zu zeigen, so daß sie mit Sicherheit bei nächster Gelegenheit noch ein­mal zu sehen sein wird
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Werner Bürk dankte dem Vorbereitungsteam und Ideengebern dieses Abends, Beatrice Imberg-Baireuther, Brunhild Kamphues und Volker Zipfel mit einem kleinen Präsent rund um das Thema Chili-Gewürz und hatte auch noch für jeden Gast ein kleines Tütchen Chili-Bohnen dabei. Er wünsche, daß Kenzingen auch weiterhin bei der Auseinandersetzung mit kommunalpolitischen Themen auf die unverwechsel­bare, kritische, aber konstruktive Art der ABL setzen kann. Darauf kam aus dem Pu­blikum die Anmerkung: Freie Bürger entscheiden schließlich selbst, wen sie wählen!